Ankommen. Bleiben. Mitgestalten.

Erstveröffentlichung am 24. März 2026

aus der persönlichen Perspektive

Leben & Arbeiten im Ötztal

Was bedeutet es, hier nicht nur zu arbeiten, sondern wirklich anzukommen? Dominik Graf, Betriebsleiter und Lehrlingsbeauftragter bei den Bergbahnen Sölden, erzählt von seinem persönlichen Weg, von Verantwortung im Beruf und einem Lebensraum, der Perspektiven bietet.

Vom Unterwegssein zum Ankommen

Dominik stammt ursprünglich aus der Steiermark. Sein beruflicher Weg führte ihn nach der Ausbildung zum Installateur in unterschiedliche Teile der Welt, bevor er in Tirol landete. Auslöser waren seine Sportleidenschaft (Rafting, Kajak, Bergsport) und die Nähe zur AREA 47, wo er als Rafting-Guide tätig war. In Österreichs größten Outdoor-Freizeitpark mit vielen Arbeitskräften aus aller Welt, genoss er das Zusammentreffen mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen.

Arbeiten, wo Perspektiven entstehen

Der Einstieg bei den Bergbahnen Sölden ergab sich zufällig über persönliche Kontakte. Aus einer Saisonstelle wurde rasch eine Fixanstellung. Vertrauen, Entwicklungsmöglichkeiten und klare Strukturen waren entscheidend für Dominiks Zusage. Heute trägt er Verantwortung als Betriebsleiter für fast 80 Mitarbeiter:innen und ist Lehrlingsbeauftragter des Unternehmens. Dabei schätzt er besonders den Gestaltungsspielraum.

Wissen weitergeben, Verantwortung teilen

Die Arbeit mit jungen Menschen ist für ihn ein zentraler Teil seines Berufs. Die eigene Lehrzeit prägt ihn bis heute und beeinflusst seinen Zugang zur Ausbildung.

Eine gute Lehrzeit ist extrem wichtig. Wenn man früh Verantwortung übernehmen darf, wächst man in alle Aufgaben hinein und geht mit Freude an die Arbeit.

Dominik Graf

Tourismus als Teil des Lebensraums

Für Dominik ist Tourismus kein abstraktes Konstrukt, sondern Teil des Ötztaler Alltags. Etwa indem sein Arbeitgeber als großer Player eng mit regionalen Betrieben zusammenarbeitet. „Das hält die Wertschöpfung im Tal“, so Graf. 

Aus Offenheit entsteht Zugehörigkeit

Als „Zugezogener“ hat Dominik Graf im Ötztal überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Anschluss fand er über Job, Sport (mehrfache Teilnahme am Ötztaler Radmarathon) und Vereine. „Man muss offen auf die Leute zugehen. Dann findet man hier schnell seinen Platz.“ Gerade für Menschen, die aktiv sind und sich einbringen wollen, biete das Tal viele Möglichkeiten.

Verkehr: ehrlich benannt

In seiner neuen Heimat sieht Dominik aber auch Handlungsbedarf. Besonders der Verkehr durchs Tal ist für ihn ein Thema. „Vor allem die Wochenenden sind oft eine Herausforderung. Aber man merkt, dass viel passiert. Etwa mit öffentlichen Busangeboten, Parkraummanagement und neuen Lösungen.“ Dass immer mehr Einheimische den öffentlichen Verkehr nutzen, wertet er als positiven Trend.

Warum es sich lohnt, hier zu leben

Für Dominik überwiegen klar die Vorteile des Lebens im Ötztal: Kurze Wege in die Berge und auf die Piste, vielfältige Jobmöglichkeiten und ein Arbeitsumfeld, in dem Menschen wertgeschätzt und gefördert werden, bilden Rahmenbedingungen, die er nicht mehr missen möchte.

Wenn ich nach der Arbeit noch schnell auf den Berg gehe, denke ich mir jedes Mal: Das ist nicht selbstverständlich.

Dominik Graf