Regionalität, die man schmeckt & weitergibt

Erstveröffentlichung am 27. Juli 2026

30 junge Fachkräfte für die Ötztaler Kulinarik

Die Ausbildung zur Genussbotschafter*in Ötztal zeigt jungen Menschen aus der Gastronomie, wie regionale Produkte entstehen. Vom Bauernhof bis in die Küche. Mitte Juli wurden die Absolvent:innen 29 und 30 ausgezeichnet. Die Initiative läuft seit 2019 und verbindet Landwirtschaft, Handwerk und Tourismus im Tal.

 

Die Genussbotschafter*innen Ötztal sind Nachwuchskräfte aus der Gastronomie. Seit 2019 lernen sie in drei einwöchigen Modulen, wie regionale Produkte entstehen, verarbeitet werden und was die Ötztaler Kulturlandschaft mit erfolgreichem Tourismus zu tun hat.

Es geht um Herkunft, Qualität und Verarbeitung hochwertiger Lebensmittel, um die Veredelung zu kulinarischen Spezialitäten und um ein Bewusstsein für den Natur- und Kulturraum Ötztal. Die Einheiten führen durch das gesamte Tal: vom Bauernhof in die Backstube, von der Alm bis in die Küche.

„Wir haben uns sehr viel angeschaut und gelernt. Ich habe gemerkt, wie viel Wert unsere Produkte haben“, sagt Nadine Scheiber vom Hotel Bergland in Sölden, die gemeinsam mit Julian Granbichler vom Hotel Stern in Längenfeld ausgezeichnet wurde.

Das Wissen geht nahtlos ins praktische Handeln über. Die Absolvent:innen setzen es täglich ein: beim Kochen, Servieren und im Gespräch mit Gästen. Ötztaler Produkte und Produzent:innen werden dadurch sichtbarer, die Wertschöpfung bleibt im Tal.

Längenfeld

Betriebe schätzen Mehrwert

Dass die Ausbildung im Tal ankommt, zeigt sich an den immer wieder teilnehmenden Partnern. Das Hotel "Das Central" in Sölden hat bereits zehn Genussbotschafter*innen hervorgebracht. Im aktuellen Modul haben erneut vier Lehrlinge des Hauses mit der Ausbildung begonnen.

„Wenn ein Betrieb einmal einen Lehrling entsendet hat, macht er das immer wieder. Das spricht für die Ausbildung“, sagt Claus Scheiber von der Raiffeisenbank Sölden, Partner der Initiative.

Insgesamt haben 30 Absolvent:innen vom 4* bis 5* Superior Hotel die Ausbildung abgeschlossen und die „Ötztaler Granta“ erhalten – das Symbol für die erfolgreich absolvierte Zusatzqualifikation.

Die Genussbotschafter*innen sind eine von mehreren Initiativen im Tal, die auf Regionalität setzen. Sei es bei den 44 Betrieben, die mit „Bewusst Tirol“ ausgezeichnet sind, oder bei den Ötztaler Genussplatzlen, die regionale Kulinarik besonders in den Mittelpunkt rücken. Die Stoßrichtung ist überall dieselbe: Regionalität als Grundlage, nicht als Zusatz.

Auf die Verbindung von Landwirtschaft und Spitzengastronomie im Tal dürfen wir stolz sein – und mit breiter Brust hinaustragen.

Raphael Kuen, Lebensraum Ötztal

Vom Feld bis auf den Teller

Die Ausbildung führt die jungen Fachkräfte direkt zu den Produzent:innen im Tal. Sie sind einen ganzen Tag im Betrieb, legen selbst Hand an und spüren, was hinter jedem Produkt steckt. Sie machen Käse, backen Brot und erleben, wie Fisch, Fleisch und Gemüse aus der Region entstehen. Ein Netzwerk von 17 regionalen Erzeuger:innen ist Teil der Ausbildung.

Über die Lebensmittel hinaus vermitteln die Ötztaler Museen und der Naturpark Ötztal das Wissen um den Kultur- und Naturraum. So verstehen die Absolvent:innen nicht nur, was auf dem Teller liegt, sondern auch, welcher Lebensraum und welches Handwerk dahinterstehen.

Wie es weitergeht

Im Herbst 2026 stehen zwei weitere Module an. Ab September startet der nächste Durchgang im vorderen Tal – mit Obst-, Wein- und Gemüsebau. Auch der Ötztaler Quellfisch ist wieder Teil des Programms: Die Teilnehmer:innen bekommen hautnah mit, wie er im Tal gezüchtet wird und heranwächst.

Interessierte Betriebe können ihre Lehrlinge für die Zusatzausbildung anmelden. Ansprechpartner:innen sind Nadine Grüner und Raphael Kuen vom Lebensraum Ötztal.

Ötztal, Einzelperson, Tier, Sommer, Genussbotschafter*in Ötztal

Produzent:innen & Partner der Ausbildung

  • Imkerei: Ötztaler Gebirgsimkerei (Längenfeld)
  • Speiseeis: Ötztalerei (Umhausen)
  • Joghurt: Familie Brüggler (Huben)
  • Käse: Goaskas Familie Grüner (Gurgl) & Familie Kuen (Huben)
  • Almwirtschaft: Gampe Thaya (Sölden)
  • Quellfisch: Familie Mrak (Längenfeld)
  • Weinbau: Familie Strigl (Sautens) & Zoller Saumwald (Haiming)
  • Obstbau: Bio-Obstgut Wammes (Haiming)
  • Gemüse: Gemüse Kopp (Haiming)
  • Fleisch: Hofmetzgerei Wilhelm (Sölden)
  • Brot: Bäckerei Gstrein (Längenfeld) & Backstuba (Sölden)
  • Bier: Bäckelar Brewery (Sölden)
  • Kulturvermittlung: Ötztaler Museen
  • Ökosystemleistungen: Naturpark Ötztal
Facts

Genussbot­schafter*innen Ötztal (Stand: Juli 2026)

  • 30 Absolvent:innen seit 2019
    • Hotel "Das Central" Sölden: 10 Genussbotschafter*innen
  • Netzwerk aus 17 regionalen Erzeuger*innen
  • Drei einwöchige Ausbildungsmodule
  • Auszeichnung: „Ötztaler Granta“
  • Träger: Ötztal Tourismus, Lebensraum Ötztal, erbe kulturraum Sölden, Raiffeisenbank Sölden und Raiffeisenbank im Ötztal und Umgebung