Sicherheit im Zentrum
Erstveröffentlichung am 20. Juli 2026
Kurze Wege für den Ernstfall & die dörfliche Nahversorgung
Nach eineinhalbjähriger Bauzeit hat die Gemeinde Oetz ein zukunftsweisendes Großprojekt feierlich eröffnet: das neue Einsatz- und Ärztezentrum – auch liebevoll „Quartier“ genannt. Nun steht dem vorderen Tal eine hochmoderne, energieautarke Sicherheitsdrehscheibe zur Verfügung. Das Besondere am 9,8-Millionen-Euro-Projekt: Es bündelt Feuerwehr, Bergrettung sowie Allgemein- und Zahnmedizin unter einem Dach und sichert damit die Lebensqualität für Einheimische und Gäste gleichermaßen.
Auf einer Gesamtfläche von 1.840 Quadratmetern ist am Eingang von Oetz ein hochfunktionaler Komplex entstanden, bei dessen Planung die künftigen Nutzer:innen von Beginn an eingebunden waren. Ob Raumprogramm, Möblierung oder Bemusterung: Jede der beteiligten Organisationen und die Mediziner konnten ihre Wünsche direkt einbringen.
Die Verteilung der Flächen zeigt, wie intelligent das Gebäude für die Zukunft ausgelegt ist:
- Feuerwehr (1.080 m²): Ein massiver Sprung nach vorn für die Blaulichtorganisation mit 140 Mitgliedern, davon 78 Aktive (Stand: Juli 2026). Hatte die FF Oetz am vorherigen Standort lediglich zwei Garagenboxen für vier Fahrzeuge, verfügt sie nun über eine topmoderne, großzügige Heimat.
- Bergrettung (130 m²): Endlich können Materialien an einer zentralen Stelle vernünftig gelagert und Einsatzfahrzeuge wettergeschützt in der Garage be- und entladen werden. Zudem bietet die neue Unterkunft Platz, um die gesamte Mannschaft zu versammeln.
- Praktischer Arzt (240 m²): Nach einer mehrjährigen Übergangslösung haben Allgemeinmediziner Dr. Stephan Grünewald und sein Team nun barrierefreie, modernste Behandlungsräume bezogen.
- Zahnärzte (230 m²): Zwei junge Zahnärzte haben hier eine der modernsten Facharztpraxen Tirols realisiert.
- Allgemeinflächen (160 m²): Zentraler Begegnungsraum, der die Zusammenarbeit im Haus fördert.
Die unmittelbare Nähe zur Bergrettung und den Ärzten unter einem Dach bedeutet extrem kurze Wege, was gerade bei gemeinsamen Einsätzen ein enormer Vorteil ist.
Mathias Jäger, Kommandant der FF Oetz
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Tourismus als wirtschaftlicher Ermöglicher
Dass eine Gemeinde mit 2.421 Einwohner:innen ein Infrastrukturprojekt dieser Größenordnung überhaupt stemmen kann, ist das Ergebnis eines funktionierenden regionalen Wirtschaftskreislaufes. Bürgermeister Hansjörg Falkner bringt es auf den Punkt: „Ohne Tourismus wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen. Ohne die Kommunalsteuereinnahmen durch den Tourismus mit den Bergbahnen als auch den Unterkunftsbetrieben sowie Handwerks- und Handelsbetrieben hätten wir die Finanzierung nie und nimmer zustande gebracht. Dazu kam die Unterstützung des Landes.“ Die Millionen-Investition kommt allen zugute, die Hilfe benötigen. Ob bei der Koordinierung von Katastropheneinsätzen wie Hochwasser, bei Forstunfällen oder bei der Rettung verunglückter Sportler und Wanderer.
Eröffnungsfeier des neuen Einsatzzentrums
Wir sind überglücklich und haben die ersten Einsätze bereits von hier aus abgewickelt. Früher mussten wir unser Material umständlich im Freien verladen. Die neue Infrastruktur ist für uns ein echter Quantensprung.
Florian Falkner, Ortsstellenleiter der Bergrettung Oetz und Umgebung
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Synergien im Zeichen der Nachhaltigkeit
Das neue Zentrum setzt auch in Sachen Nachhaltigkeit und Krisensicherheit neue Maßstäbe im Tal. Die Beheizung und Warmwasseraufbereitung erfolgen umweltfreundlich über eine Grundwasserwärmepumpe. Auf dem Dach liefert eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 80 kW Peak sauberen Strom. Ein integrierter Batteriespeicher sowie ein leistungsstarkes Notstromaggregat stellen sicher, dass das Gebäude auch bei einem Blackout voll funktionsfähig bleibt und als Einsatzzentrale für den Katastrophenschutz im vorderen Ötztal dienen kann.
Die Praxis ist wunderschön geworden, wir haben endlich Platz für alles: Röntgengerät, Ultraschall, Wundversorgungsraum. Es ist alles da, was für die hochwertige ländliche Versorgung von Oetz und den umliegenden Gemeinden benötigt wird.
Dr. Stephan Grünewald, Allgemeinmediziner in Oetz
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Das neue „Quartier“ in Zahlen:
- Bauzeit: November 2024 bis Ende Juni 2026
- Gesamtkosten: ca. 9,8 Millionen Euro
- Parkplätze: 62 Stellplätze direkt am Areal
- Nutzer: FF Oetz, Bergrettung Oetz und Umgebung, Allgemeinmedizin, Zahnheilkunde
Ein Beitrag der
Gemeinde Oetz
In Zusammenarbeit mit Ötztal Tourismus.