Qualität aus Überzeugung

Die Ötztaler Genussplatzlen zeigen, wie Landwirtschaft und Gastronomie im Tal zusammenarbeiten. Marisa Gstrein von der Stabele Alm und Viktoria Plattner von der Armelen Hütte leben Regionalität – nicht als Projekt, sondern als Haltung.

 

Erstveröffentlichung am 19. März 2026

Regionalität als gelebte Haltung

Sowohl Marisa Gstrein (Stabele Alm) als auch Viktoria Plattner (Armelen Hütte) stammen aus der Landwirtschaft. Für beide Familien ist das Mitwirken an den „Genussplatzlen“ daher keine fundamentale Umstellung, sondern eine logische Fortführung ihres täglichen Handelns. Die Kriterien – von der regionalen Herkunft der Lebensmittel bis hin zu feinen Details – werden von den Betrieben als freiwillige Selbstverpflichtung gelebt.

Die Leute wollen das Bodenständige und Bewährte, keine ausgefallene Küche. Die Genussplatzlen müssen genau so sein. Ehrlich und authentisch.

Marisa Gstrein, Stabele Alm

asset_image

 

Kleine, aber wirkungsvolle Anpassungen prägen den Hüttenalltag seit dem Projektstart im Jahr 2024. So gibt es auf der Stabele Alm beispielsweise hausgemachte, unverpackte Kekse zum Kaffee. Auf klassische Radio-Hintergrundmusik im Außenbereich wird verzichtet. Eine Entscheidung, die anfangs ungewohnt war, heute jedoch von Gästen und der Wirtin gleichermaßen für die echte Bergruhe geschätzt wird.

Wandern, Almen, Längenfeld, Landschaft, Stimmung, Impressionen, Tradition, Familie, Frühling Wandern, Almen, Längenfeld, Landschaft, Stimmung, Impressionen, Tradition, Familie, Frühling

Professionelle Begleitung im Hintergrund

Ein zentraler Erfolgsfaktor der Genussplatzlen ist die Struktur im Hintergrund. Der Lebensraum Ötztal mit dem Team um Raphael Kuen sowie Nadine Grüner und Ötztal Tourismus unterstützen die familiengeführten Kleinbetriebe in den Bereichen Beratung und Vermarktung. Ein Marketingauftritt in dieser Dimension wäre für eine einzelne Almwirtschaft logistisch und finanziell nicht zu stemmen.

  • Mediale Reichweite: Durch gezielte Platzierungen wurden Formate wie Heimatleuchten auf ServusTV oder Land der Berge (ORF III) auf die Hütten aufmerksam. Die Ausstrahlungen bringen Gäste, die genau das suchen: Qualität und Regionalität.
  • Sichtbarkeit: Ob professionelle Aufbereitung auf der Ötztal-Website mit hochwertigem Bild- und Videomaterial oder Integration in hochwertige Print-Folder: Der Support sorgt für Präsenz on- und offline. 
  • Regelmäßiger Austausch: Zweimal im Jahr treffen sich die Genussplatzlen-Wirt:innen zum Erfahrungsaustausch. Das sorgt für regelmäßige Impulse und stärkt das Miteinander.

Kooperation statt Einzelkämpfertum

Die Philosophie und die Zusammenarbeit der Genussplatzlen strahlen mittlerweile weit über die Hütten und Almen hinaus. Wie eng die Betriebe miteinander harmonieren, zeigt sich in der Vorweihnachtszeit. Marisa Gstrein engagiert sich beispielsweise gemeinsam mit den Wirten vom Wiesle über vier Wochen hinweg jeden Samstag beim Längenfelder Adventmarkt für den guten Zweck. Man spricht sich bei Öffnungszeiten ab und profitiert vom gegenseitigen Austausch, auch wenn jede Hütte aufgrund von Faktoren wie Höhenlage oder Energieversorgung individuell wirtschaftet. 

Wenn Einheimische sagen: Da geh ich hin

In der Praxis zeigt sich, dass das Konzept auch bei der Bevölkerung auf positive Resonanz stößt. Viele Einheimische haben es sich zur Aufgabe gemacht, systematisch alle teilnehmenden Genussplatzlen-Betriebe zu besuchen und zu erwandern.

Die Einheimischen sind im Tal die wichtigsten Multiplikatoren. Was sie durch Mundpropaganda empfehlen, das steuern letztlich auch die Urlaubsgäste vertrauensvoll an. Wenn die Einheimischen ein Angebot selbst nutzen, dann stimmt die Qualität.

Viktoria Plattner, Armelen Hütte

asset_image