Revitalisierung der Bichlmühle in Sölden
Erstveröffentlichung am 28. September 2026
Neues Leben für die historische mühle
Dank fleißiger Hände und Ötztaler Anpackmentalität wurde die um 1840 erbaute Bichlmühle für die Zukunft gerettet. Unter der Federführung von Initiator Thomas Riml, Mühlenbauer Ferdinand Plattner sowie der Allianz aus Ötztal Tourismus, Gemeinde Sölden und Regio Imst entstand ein lebendiger Ort der Begegnung am Panoramaweg. Dieser macht die Geschichte und altes Handwerk für Einheimische und Gäste greifbar.
Rettung in letzter Minute
Jahrelang blickte der Sölder Thomas Riml auf die morsche Mühle. Seit 1937 außer Betrieb, schien das Ende des Bauwerks nahezu unausweichlich. Als Vierteleigentümer fasste sich Riml schließlich ein Herz, um das Kulturgut für künftige Generationen zu bewahren. Mit Unterstützung seiner Geschwister und Zustimmung der anderen Eigentümer erneuerte er das Dach und unterfing das Fundament.
Wenn Handwerkskunst wieder wie Musik klingt
Die Sanierung beschränkte sich nicht nur auf die Hülle. Das Ziel war ein voll funktionsfähiges Mahlwerk. Dafür holte man sich echtes Ötztaler Handwerks-Know-how ins Boot: Tischlermeister Ferdinand Plattner aus Piburg restaurierte historische Bauteile einer ausgedienten Mühle aus dem Ventertal und baute neue Elemente ein. Betreut wurde er dabei von seinem Mentor, dem 90- jährigen Mühlenexperten Emil Köll aus Roppen. Schöner Nebeneffekt der erfolgreichen Kooperation: Mit dem rhythmischen Klappern der Mühle kehrt ein fast vergessenes Geräusch zurück in die Ötztaler Naturlandschaft.
Mühle als lebendiger Treffpunkt
Die Bichlmühle soll kein museales Denkmal sein, sondern als lebendiger Treffpunkt für Einheimische und Gäste dienen.
- Anbindung an den Panoramaweg: Die Mühle liegt ideal am Rundweg um Sölden und lädt mit neuen Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein.
- Wissen für Groß und Klein: Informationstafeln zeigen anschaulich die Geschichte des Mühlwesens im Ötztal und wie aus heimischem Korn Mehl entsteht. Das Projekt vermittelt Kindern und Jugendlichen spielerisch den Wert regionaler Lebensmittelkreisläufe.
Projektpartner
- Eigentümergemeinschaft mit Initiator Thomas Riml
- Ötztal Tourismus
- Gemeinde Sölden
- Regio Imst
Mühlen im Ötztal
Die Rettung der Bichlmühle reiht sich in den spürbaren Trend ein, das Mühlwesen im Tal zu erhalten. Von Haiming bis Sölden bewahren engagierte Privatpersonen und Vereine diese Kulturgüter und füllen sie mit kreativen Zugängen weiter mit Leben:
- Haiminger Bauernmühle: Am Eingang des Ötztals pflegt Hans Glatzl die traditionelle Verarbeitung von selbst angebautem Getreide und Mais.
- Dorfmühle Piburg (Oetz): Nach dem Fund historischer Mühlsteine rekonstruierte der Brunnenverein Piburg die alte Dorfmühle von vor 1914 inklusive Backofen, wo im Sommer regelmäßig Veranstaltungen stattfinden.
- Mühlen am Lehnbach (Ötztaler Heimat- und Freilichtmuseum, Längenfeld): Die vier sanierten Mühlen (Säge, Pluil, Kornmühle, Schwinghütte) sind dank im Jahr 2025 saniertem Gerinne und überarbeiteter Mechanik wieder voll betriebsbereit und regelmäßig zu hören und zu sehen.
- Mühle am Natur Camping Kuprian (Huben): 2010 von Ernst Kuprian in Handarbeit aus dem Mahlgang einer alten Mühle neu aufgebaut. Hier erleben Besucher:innen hautnah, wie aus frisch gemahlenem Korn duftendes Brot entsteht.
