Heimischer Skinachwuchs bei den Weltstars

Erstveröffentlichung am 20. Oktober 2026

Skiweltcup Sölden

Motivation für den Ötztaler Skinachwuchs

Für große Sport-Events oder Konzerte nehmen Fans oft weite Anreisen auf sich. Beim Skiweltcupauftakt in Sölden erleben die Ötztaler Kinder und Jugendlichen genau das Gegenteil: Die absolute Weltspitze des Wintersports kommt zu ihnen direkt vor die Haustür. Und für die jungen Mitglieder des Skiclubs Sölden-Hochsölden heißt es dabei nicht bloß Zuschauen. Sie sind bei der Startnummernverlosung, der Fahnenfahrt am Gletscher, der Fanclubparade oder als Vorläufer:innen mittendrin im Geschehen. 

Treffen mit den Idolen

„Die Kinder sind richtig aufgeregt und gespannt, wer dieses Jahr ganz vorne mitfährt“, erzählt Nina Arnold, Schriftführerin beim SC Sölden-Hochsölden und selbst Mutter. „Besonders die direkten Begegnungen mit den Skistars sorgen für glänzende Augen. Viele Stars nehmen sich bei der Startnummernverlosung Zeit für ein Foto oder haben Autogrammkarten dabei.“ Auch Skiclub-Obmann Sigi Grüner betont die Einzigartigkeit dieser Tage: „Bei ganz wenigen Sportarten ist man so nahe an den Athlet:innen dran. Für ein kleines Kind ist das ein besonderes Erlebnis und die Chance, der Elite einer olympischen Sportart hautnah zu begegnen.“ Etwa im offiziellen Athlet:innenzelt inklusive Blickkontakt zu Mikaela Shiffrin oder Marco Odermatt.

Nina Arnold & Fredi Nyberg

Wenn Träume wahr werden

Nina Arnold erinnert sich noch lebhaft an ihren eigenen Einsatz als Siebenjährige, als sie den Schweden Fredrik Nyberg auf die Bühne begleiten durfte: „Ich war nervös und als Kind zuerst etwas enttäuscht, weil ich nicht mit einem der österreichischen Stars gehen durfte. Am nächsten Tag wurde Fredrik aber Zweiter. Von da an war ich bis zu seinem Karriereende sein größter Fan! Man fühlt sich als Kind wie ein echter Glücksbringer.“ Ähnlich ging es dem Olympiamedaillengewinner Fabio Gstrein, der 2002 als kleiner Knirps auf den Armen von Stephan Eberharter mit dem Gesamtweltcupsieger um die Wette strahlte. „Es war damals mein Wunsch, Steph die Startnummer überreichen zu dürfen. Wenn das klappt, ist das für ein Kind das Größte“, blickt der Sölder zurück.

Für mich ist das natürlich eine Riesenfreude, wenn die Kids jetzt zu mir aufsehen und ich für sie ein Vorbild sein darf.

Fabio Gstrein, Olympiamedaillengewinner aus Sölden

„Ein Privileg, den Kleinen Vorbild zu sein“

Profiathletin Franziska Gritsch verbindet den Weltcupauftakt auch mit ganz besonderen Kindheitserinnerungen. Sie stand im Rahmen der Startnummernlosung einst mit Nicole Hosp auf der großen Bühne. „Egal welcher Sport, Hauptsache, die Kinder haben Spaß an der Bewegung und entwickeln ein Gefühl für einen gesunden Körper und Geist. Genau das möchte ich weitergeben“, betont die Ötztaler Athletin. „Es ist ein echtes Privileg, für die Kleinen ein Vorbild sein zu dürfen, und ich nehme mir sehr gerne Zeit für Autogramme und Fotos. Sie sollen verstehen, dass auch Profisportler ganz normale Menschen sind. Wenn man Motivation, Durchhaltevermögen, Biss und Training kombiniert und niemals aufgibt, ist extrem vieles möglich. Der Sport prägt die Persönlichkeit fürs ganze Leben. Die Erlebnisse bei der Startnummernverlosung und das Mitwirken beim Weltcup waren damals ein zusätzlicher Wegweiser, wo meine Ziele einmal liegen.“

Fabio Gstrein & Eberharter Stephan, 2002
© Ernst Lorenzi

Hannah Scheiber & Mathieu Faivre
© Ernst Lorenzi

Sara Grüner & Julia Mancuso
© Ernst Lorenzi

Skiclub als Lebensschule

Der direkte Kontakt mit der Weltspitze beflügelt nicht nur den Rennsport-Nachwuchs. Bei rund 160 Kindern und Jugendlichen, die derzeit vom SC Sölden-Hochsölden betreut werden – vom Kindergartenalter bis hin zu den Jugendlichen – steht die Freude am Skifahren, Freeriden oder Snowboarden im Vordergrund. Durch das Austragen des Weltcups eröffnet sich für den Verein zudem die Unterstützung wichtiger Sponsoren, die ein hochqualitatives Training erst möglich machen. „Wir bringen den Kindern weit mehr als nur die perfekte Technik bei“, erklärt Obmann Sigi Grüner. „Skifahren ist eine Lebensschule: Man lernt Pünktlichkeit, Disziplin und den Umgang mit Sieg und Niederlagen. Denn bei 85 Prozent der Rennen steht man nicht als Erster am Podest. Diese Werte prägen fürs ganze Leben.“ Darüber hinaus sichert die Begeisterung für den Skisport berufliche Perspektiven im Tal: Viele der heutigen Schlüsselpersonen im Weltcup-Organisationskomitee haben einst im Skiclub Sölden-Hochsölden angefangen. Sigi Grüner resümiert: „Wer bei uns gut Skifahren lernt, dem stehen in unserer Tourismusregion und weltweit alle Türen offen.“

Facts

Skiclub Sölden-Hochsölden & der Weltcup

  • Nachwuchsstärke: Rund 160 Kinder und Jugendliche trainieren aktuell im Verein – aufgeteilt auf Ski Alpin (Rennsport & Freifahren), Snowboard und Freeride.
  • Weltcup-Einbindung:
    • Startnummernverlosung: Kinder überreichen den Weltstars ihre Startnummern.
    • Fahnenparade: Schüler:innen (10 bis 12 Jahre) fahren vor den Durchgängen mit Nationalflaggen vom Mittelteil des Rettenbachgletscher ins Gletscherstadion.
    • Fanclubparade: Der Skiclub eröffnet mit 80 bis 100 Kindern, Eltern und Mitgliedern als erste Gruppe die Parade.
  • Vorläufer: Lokale Nachwuchstalente bestreiten die Weltcupstrecke als Vorläufer:innen.
  • Vorbilder aus der Heimat: Mit Fabio Gstrein und Franziska Gritsch stehen zwei echte „Eigenbauten“ des Skiclub Sölden-Hochsölden als Idole im Weltcup am Start.