Next Gen Study Tour: Zwei Tage Vorarlberg, ein Blick auf das Ötztal

Zwei Tage, zwei Betriebe, eine Frage im Hintergrund: Wie bleibt das Ötztal auch in 20 Jahren ein Ort, an dem sich Arbeiten und Leben lohnen? Die Next Generation Ötztal war in Vorarlberg unterwegs – bei Doppelmayr und RAUCH Fruchtsäfte. Im abschließenden Workshop ging es dann um das, was junge Unternehmer:innen im Tal gerade wirklich beschäftigt.  

Verbindung als Grundlage

Der rote Faden der Tour war das Zusammenbringen unterschiedlicher Menschen. „Damit die nächste Generation in einer Region Verantwortung übernimmt, ist es wichtig, dass sie Verbindung schafft, dass sie unterschiedliche Menschen zusammenbringt", sagt Sabine Heigl-Kazianka von der Next Vision GmbH. „Und das Wichtigste: Alle zusammen wollen etwas Großes bewegen. Denn gemeinsam kann man mehr bewegen." Genau dieser Gedanke zog sich durch beide Tage.

Der erste Stopp führte nach Wolfurt zu Doppelmayr. Im Mittelpunkt stand der Austausch mit Führungskräften – und die Frage, wie ein Betrieb jungen Leuten Verantwortung überträgt, ohne den Erfahrungsschatz der Älteren aufzugeben.

Am zweiten Tag öffnete RAUCH Fruchtsäfte die Türen. Das Familienunternehmen zeigte, wie es Nachwuchs aufbaut und neue Perspektiven in gewachsene Strukturen holt.

Für die Teilnehmenden ging es nicht darum, große Konzerne zu kopieren. Sondern darum, zu sehen, wie andere mit denselben Fragen umgehen. Und was sich davon auf einen Ötztaler Betrieb übertragen lässt.

Weiterdenken statt ausruhen

Ein Gedanke zog sich durch beide Besuche: Erfolgreiche Betriebe denken langfristig. Sie verbinden das Wissen früherer Generationen mit den Ideen der nächsten. Gerade in schwierigen Zeiten entwickeln sie sich weiter, statt stehenzubleiben.

Die Unternehmen ruhen sich nicht auf den Lorbeeren von früher aus, sie denken weiter.

Lukas Grüner

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Diese Haltung lässt sich mitnehmen: Auch bei knappem Personal geht es darum, Abläufe zu verbessern und den eigenen Betrieb für die Zukunft aufzustellen.

Was aus den Touren wird

Study Tours wirken oft erst nach der Rückkehr – im eigenen Betrieb. Einer der Teilnehmer war bei einer früheren Tour beim Küchengerätehersteller BORA dabei. Bei seinem Umbau hat er nun wassersparende Duschköpfe eingebaut. Ein kleiner Schritt, der zeigt, wie aus einem Besuch eine konkrete Entscheidung wird.

Andere Impulse sind noch am Anfang. Zwei Betriebe überlegen, gemeinsam jemanden zu suchen, der sie bei der Übergabe von der älteren an die jüngere Generation begleitet. Und ein Teilnehmer hat bei RAUCH von einem B2B-Programm erfahren, das er nun für den eigenen Betrieb prüft.

Nicht jede Idee wird umgesetzt. Aber genau darum geht es bei den Touren: sehen, was anderswo funktioniert, und selbst entscheiden, was zum eigenen Betrieb passt.

Familienunter­nehmen als roter Faden

Das Thema Familienunternehmen spielte eine zentrale Rolle. „Wir führen die Firma in der vierten Generation, für uns ist das Familienunternehmen einfach wahnsinnig wichtig", sagt Dietmar Rauch, Werksleiter bei RAUCH. Der eigene Nachwuchs im Betrieb, der Aufbau der nächsten Generation – das kennen viele im Tal aus dem eigenen Alltag.

Vom Workshop zum Summit

Zum Abschluss stand ein Workshop mit Next Gen Vision. Dabei hat die Gruppe eine Bestandsaufnahme gemacht. Die Fragen: Was beschäftigt junge Betriebe im Tal, und was lässt sich nur gemeinsam lösen?

Beim Blick auf den eigenen Betrieb stand eine Antwort im Zentrum: Personal. Dazu kamen Kosten, Facharbeitermangel und der Sommer als Saison, die schwerer zu füllen ist als der Winter.

Weitet man den Blick aufs ganze Tal, verschiebt sich das Bild. Hier ging es vor allem um zwei Dinge: Buchungsgründe, also Attraktionen, die Gäste ins Tal bringen, und Mobilität. Randzeiten füllen, Saisonzeiten verschieben, ganzjährig attraktiv bleiben: Das sind die Themen, die junge Betriebe über den eigenen Zaun hinaussehen.

Und dann die dritte Frage: Was lässt sich nur gemeinsam als Tal lösen? Genannt wurden vor allem eine Verkehrslösung, der Zusammenhalt der Gemeinden und die gegenseitige Akzeptanz der Branchen. Auch das Verständnis der Einheimischen für den Tourismus kam zur Sprache, ebenso der Wunsch, die Summercard als Kaufkarte zu stärken.

Die Gruppe war motiviert, die Stimmung gut und vor allem war der Wille spürbar, Verantwortung zu übernehmen und die Zukunft mitzugestalten.

Philip Kazianka

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Der Next Generation Ötztal Summit hat im Tal bereits mehrfach stattgefunden. Neu ist diesmal die Vorbereitung: Der Summit soll als Gemeinschaftsprojekt entstehen, getragen nicht nur von der Kerngruppe, sondern von allen, die mitmachen wollen. Der Kreis wird bewusst erweitert, auf junge Unternehmer:innen und Nachfolger:innen aus dem ganzen Tal. Die Erkenntnisse daraus sollen anschließend an Ötztal Tourismus, die Bergbahnen und die Gemeinden weitergegeben werden, etwa zur Frage, wie sich der Sommer entwickeln lässt.

Was die Next Generation Ötztal ist

Die Next Generation Ötztal ist eine offene Gemeinschaft junger Menschen, die im Tal verwurzelt sind und Verantwortung für dessen Zukunft übernehmen wollen. Viele von ihnen arbeiten in Betrieben im Tal, treten hier aber bewusst als eigenständige Impulsgeber:innen auf – nicht als Abgesandte von Institutionen oder Unternehmen.

Es geht der Gruppe um ehrliche Fragen: Wie wollen wir hier in 20 Jahren leben? Wie bleibt Tourismus eine Kraft, die dem Tal insgesamt nützt? Ihre Arbeit lebt vom Austausch. Etwa bei Study Tours zu Vorbildbetrieben oder bei den Next Gen Summits im Tal.

Facts Study Tour Vorarlberg

  • Besuche: Doppelmayr & RAUCH Fruchtsäfte in Vorarlberg
  • Programm: Workshop mit Next Gen Vision
  • Save the Date: Der Next Generation Ötztal Summit findet im Herbst 2026 statt. Details und Anmeldung folgen auf dem Ötztal Blick. Was aus den Impulsen wird, entscheidet sich im Tal. Die Next Gen hat die Grundlage gelegt: Kontakte, Beispiele und die Bereitschaft, gemeinsam weiterzudenken.